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Deutsche Hefewerke GmbH Nürnberg feiert 150. Jubiläum

Goldenes Geschäft mit Hefe



Goldenes Geschäft: 1855 gründete Michael Bast sein Hefewerk in Buch.
Das älteste Hefebetrieb in Bayern ist nun zum zweitgrößten seiner Art in Deutschland gewachsen.


Wenn man die Augen zumacht, ist es in der Bucher Hauptstraße ein bisschen so wie in guten alten Zeiten, als die Oma einen Hefezopf backen wollte: Hefegeruch liegt in der Luft. Nur das mechanische Geräusch holt einen schnell in die Realität zurück und verrät, dass man nicht vor einer Schüssel Hefeteig steht, sondern vor der Fabrik der Deutschen Hefewerke GmbH (DHW) in Buch.

Nach Backhefe riecht schon seit langem: Am Samstag feiert das Unternehmen sein 150-jähriges
Bestehen. Von einem Schnapsbrenner namens Michael Bast im Jahr 1855 gegründet, trug die Firma damals auch seinen Namen: "Bast-Hefe". Ihre Besitzer wechselten. 1970 übernahm die Deutsche Hefewerke GmbH den Betrieb, der nun der zweitgrößte seiner Art in Deutschland ist. Seit einem Jahr gehört die DHW dem britischen Konzern Mauri Division von Associated British Foods (ABF).

Doch in welchen Händen sich die Fabrik mit ihrem von weitem sichtbaren Backstein-Kamin auch befand, zu Buch gehört sie genauso dazu wie seine Knoblauchsland-Bauern. Der Unterschied zwischen den Bauern und den Hefeherstellern sei nicht einmal so groß, findet der Werksleiter des ältesten Hefebetriebes in Bayern, Thomas Dellweg: "Hefen sind auch Lebewesen, die wir züchten müssen.

Die Hefezellen wachsen aber schneller. So haben wir nicht drei Ernten im Jahr, sondern jeden Tag." Und das sind 75 Tonnen Backhefe täglich. Dafür sorgen Hefe-Stammzellen, die jedes Vierteljahr aus Australien eingeflogen werden.

Als kleine, in goldenes Alupapier verpackte Würfel, Halbkilo-Blöcke, granuliert in Säcken oder flüssig in Tanks verlässt die Backhefe das DHW-Fabrikgelände. Ihre Käufer sind nicht nur Deutsche, sondern auch Tschechen, Franzosen und Österreicher. Dank des Technologiefortschrittes ging das Geschäft des Nürnberger Unternehmens im Laufe der Jahre auf wie die Hefe, die hier produziert wird. Waren es vor 50 Jahren 5000, sind es nun jährlich 34 000 Tonnen Hefe, die ihren Weg in die Backwaren- und Brotindustrie sowie in backfreudige Haushalte finden. Jetzt wird die Hefe auch rund um die Uhr in drei Schichten an sieben Tagen in der Woche hergestellt.

Für den reibungslosen Ablauf des Geschäfts sind insgesamt 65 Mitarbeiter und zwei Auszubildende zuständig. Die Anzahl der Beschäftigten sank in den vergangenen Jahren. Doch nicht bedeutend und nur durch natürliche Fluktuation, so dass niemandem gekündigt wurde, betont Dellweg. Die Größe der Belegschaft solle jetzt so bleiben. Das gelte auch für die Produktionskapazität. "Wir sind damit zufrieden", erklärt Produktionsleiter Emmanuel de Koning.

Das Unternehmen ist zwar zu größerer Produktion im Stande, die Klärwerke Nürnbergs können aber nicht noch mehr Abwasser von den DHW aufnehmen. Bei der Frage, ob der Betrieb weiter wachse, "ist die Stadt gefragt", meint de Koning.


Qualität zählt mehr als Quantität

Im Vordergrund stehe für die DHW ohnehin die Qualität der Produkte und nicht die Kapazität. Es solle jedoch keinen Stillstand bedeuten. "Die Technologie der Hefeherstellung ist zwar schon ausgereift, aber im Bereich der Regelungstechnik und Automatisierung wird noch einiges passieren", schätzt Dellweg. "Es ist ein laufender Prozess. Wir verändern uns ständig."

Dafür sind Investitionen notwendig. Die Modernisierung hat sich die Fabrik in den vergangenen fünf Jahren fünf Millionen Euro kosten lassen.

Seit 2001 ist die DHW nach den deutschen ISO-Normen zertifiziert. Dieses Jahr steuert der Betrieb die internationale Zertifizierung IFS (International Food Standard) an.

"Das brauchen wir, wernn wir die Hefe auch an Discounter verkaufen wollen", so de Koning. Das hat seinen Preis: Das IFS-Zertifikat bedeutet für die Fabrik bauliche Maßnahmen und noch mehr Sorgfalt und Richtlinien für die Mitarbeiter. Waren diese bereits von "oben bis unten eingepackt", müssen sie nun auch noch ihre Schuhe desinfizieren, beginnt de Koning die ab September anstehenden Veränderungen aufzuzählen.

Dann müssen sich die Mitarbeiter auch mehrmals am Tag umziehen. Denn es wird nicht einen, sondern gleich drei Arbeitskittel geben. Auch baulich wird sich einiges verändern. So müssen überall Schiebetüren eingebaut werden, die berührungsfrei aufgehen.


Durch ein Zertifikat zu neuen Produkt-Abnehmern
Werksleiter Dellweg ist davon überzeugt, dass das Zertifikat der Fabrik den Weg zu neuen Produkt-Abnehmern ebnet. Ein Weg, um den neuen Herausforderungen des Marktes zu begegnen. Auch wenn Backhefe in Deutschland immer gebraucht wird, sei der Kosten- und Konkurrenzdruck groß, merkt Dellweg. Über 30 Prozent der Hefe hier zu Lande kommt bereits aus dem Ausland. "Wir müssen
kostenmäßig die Nase oben behalten." Den Schlüssel zum Erfolg sieht er in stabiler und dauerhafter Qualität sowie in effektiver Produktion.

Das Unternehmen ist nach Dellwegs Angaben gut positioniert: "Wir werfen gute Gewinne ab." Die Renditen des Mutterkonzerns für das weltweite Hefegeschäft liegen um die 20 Prozent. "Da dürfen wir nicht zu weit nach unten rutschen."







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